
In der Fotografie ist es ein echter Schatz, ein Objektiv zu finden, das eine gute Leistung zu einem erschwinglichen Preis bietet. Eines dieser seltenen Exemplare ist das 7Artisans 60mm F2.8 II Macro, ein Objektiv, das durch ein bemerkenswertes Preis-Leistungs-Verhältnis besticht und zeigt, dass man kein Vermögen ausgeben muss, um hochwertige Makroaufnahmen zu machen.
Verarbeitungsqualität, Design und Handhabung
In der Hand fühlt sich das 7Artisans 60mm F2.8 II Macro nicht wie ein billiges Objektiv an. Das Gehäuse besteht vollständig aus Metall und vermittelt den Eindruck einer soliden Verarbeitung.
Sein Design ist elegant und minimalistisch, mit einer schwarzen Oberfläche, die sich problemlos mit den meisten Kameragehäusen kombiniert. Es ist ein kompaktes Objektiv, besonders im Vergleich zur vorherigen Version, die voluminöser und schwerer war, aber es ist immer noch nicht wirklich leicht. Es wiegt 339 Gramm und wird daher für die Verwendung mit Kameragehäusen empfohlen, die einen guten Griff bieten.
Fokusring
Was die Handhabung betrifft, verfügt das Objektiv über zwei Hauptbedienelemente. Das erste ist ein manueller Fokusring (es handelt sich um ein komplett manuelles Objektiv ohne elektronische Kontakte), der bemerkenswert weich ist und sich mit nur einem Finger leicht drehen lässt, was besonders praktisch ist für diejenigen, die mit einer Hand fotografieren und mit der anderen den Blitz halten. Allerdings ist der Drehwinkel zwischen dem Fokussieren auf 1 Meter und Unendlich recht gering, was den Ring in diesem Bereich sehr empfindlich macht.
Im Gegensatz zur vorherigen Version erfolgt die Fokussierung intern, das heißt, beim Drehen des Rings verlängert sich das Objektiv nicht.
Blendenring
Die zweite Steuerung ist der Blendenring, mit dem sich die Blende von f/2.8 bis f/22 einstellen lässt. Die größte Kritik an diesem Punkt ist, dass der Ring keine Klicks oder Anschläge für die verschiedenen Blendenwerte bietet und dass zwischen f/11 und f/22 diese Werte nicht einmal aufgedruckt sind, weshalb man ständig überprüfen muss, bei welcher Blende man gerade fotografiert.
Die minimale Fokussierentfernung beträgt etwa 9 cm, und es gibt genug Spielraum, die Vergrößerung mit Zubehör wie Zwischenringe oder Nahlinsen wie dem Raynox DCR-250 zu erhöhen.
Leistung und Bildqualität
Das Objektiv ist in der Lage, hochdetaillierte Bilder mit gutem Kontrast aufzunehmen, mit einem maximalen Abbildungsmaßstab von 1:1. Es gibt keine Probleme mit der Schärfe, selbst wenn man sich der maximalen Vergrößerungsgrenze nähert. Obwohl die Bilder bei f/2.8 etwas weich wirken, erzielt man mit Blendenöffnungen von f/4 oder f/5.6 bessere Ergebnisse, mit einer deutlichen Verbesserung der Schärfe und Klarheit.
Außerdem verfügt es über eine 9-blättrige Blende, die ein überraschend weiches Bokeh erzeugt, im Gegensatz zu den eher hexagonalen Formen, die man bei anderen Objektiven wie dem Laowa 50mm findet.
Man sollte jedoch realistisch bleiben: Die Bildqualität erreicht nicht das Niveau teurerer Objektive, ist aber für ein preisgünstiges Objektiv sehr gut und vergleichbar mit den meisten Kit-Objektiven. Es gibt keine ernsthaften Probleme mit Verzerrungen oder chromatischer Aberration, und eventuelle chromatische Aberration lässt sich leicht korrigieren, besonders wenn man bei f/6.3 oder f/8 fotografiert – also in dem Bereich, den viele tatsächlich nutzen werden.
Fazit
Das 7Artisans 60mm F2.8 II Macro ist eine solide Wahl für alle, die über die Nahfotografie hinausgehen und echte Makroaufnahmen machen möchten, ohne ein Vermögen auszugeben (und denen es nichts ausmacht, manuell zu fotografieren). Auch wenn es nicht perfekt ist und einige Einschränkungen im Vergleich zu teureren Objektiven aufweist – insbesondere die fehlende Möglichkeit, automatisches Focus Bracketing zu nutzen, was für die Makrofotografie fast unverzichtbar ist –, bietet es für seinen Preis eine bemerkenswerte Leistung. Die Bildqualität ist gut, und das Design sowie das Metallgehäuse vermitteln den Eindruck eines hochwertigen Objektivs.
Die einzigen wirklichen Kritikpunkte betreffen den kurzen Drehweg des Fokusrings zwischen 1 Meter und unendlich sowie das Blendenringdesign. Da dieser ohne Rasterungen auskommt, kann das Arbeiten etwas ungenauer werden – und da er sich an der Vorderseite des Objektivs befindet, besteht zudem die Gefahr, ihn versehentlich zu verstellen.
Wer eine günstige Möglichkeit sucht, in die Makrofotografie einzusteigen, und nicht gleich in ein teures Objektiv investieren möchte, findet im 7Artisans 60mm f2.8 Macro eine ausgezeichnete Option, die ihren Zweck mehr als erfüllt.
Beispielfotos, aufgenommen mit dem 7Artisans 60mm F2.8 Macro


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