Die Balgen für die Makrofotografie

Dos cámaras Pentax con fuelles

In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts boten fast alle SLR-Kameramarken hochwertige Balgengeräte an. Heute sieht die Situation anders aus.

Was sind Balgengeräte und wofür werden sie in der Makrofotografie verwendet?

Balgen sind Geräte, die dazu dienen, den Abstand zwischen Kameragehäuse und Objektiv zu vergrößern und so die Naheinstellgrenze zu verändern. Das Prinzip ist dasselbe wie bei Zwischenringen, mit dem Unterschied, dass Balgen eine präzise und stufenlose Einstellung dieses Abstands ermöglichen. Sie werden hauptsächlich in der Makrofotografie eingesetzt, können aber auch in der Nahaufnahmefotografie verwendet werden – insbesondere mit Objektiven mit längeren Brennweiten. Und obwohl sie heute wie Geräte aus einer anderen Zeit erscheinen, bleiben sie die beste Option, wenn man Mikroskopobjektive für extreme Makrofotografie verwenden möchte.

In der Regel ermöglichen sie eine minimale Auszugsverlängerung von 20–30 mm und eine maximale zwischen 150 und 200 mm. Eine Einschränkung der Balgen ist dieser Mindestauszug, der den Bereich kleinerer Vergrößerungen nicht abdeckt.

Die Einstellmöglichkeiten von Balgengeräten

Ein günstiger Balgen mit nur einer Einstellebene

Es gibt gute und sehr schlechte Balgen: Ein solides Gerät macht das Leben erheblich einfacher als ein billiges mit begrenzten Einstellmöglichkeiten.

Der beste Balgen, den man kaufen kann, verfügt über mindestens drei einstellbare Bewegungsebenen: Die vordere Adapter-/Objektivfassung, die vor- und zurückbewegt werden kann; die hintere Fassung (zur Kamera), ebenfalls beweglich; sowie der gesamte Schlitten, auf dem beide montiert sind, der unabhängig beweglich ist.

Für extreme Makrofotografie braucht man diese Einstellmöglichkeiten, während die meisten günstigen Balgen nur eine Bewegungsebene bieten.

Zwei weitere Aspekte sind wichtig: eine besonders feinfühlige Justierung jeder Bewegung und die Möglichkeit, jede Ebene mit einer separaten Klemmschraube zu fixieren.

Es gibt außerdem zusätzliche Merkmale, die zwar nicht entscheidend, aber durchaus wünschenswert sind:

  • Abnehmbarer Adapter hinten: vereinfacht die Montage.
  • Umkehrbare Fassung: Auf einer Seite die Kameraaufnahme, auf der anderen ein M42-Gewinde für Vintage-Objektive.
  • Ein stabiler und präziser Schlitten: selbsterklärend.
  • Eine Skala zur Messung der Balgenverlängerung.

Fotografieren mit Balgengeräten: ein paar technische Aspekte

Fokussierung

Fokussiert wird in der Regel bei vollständig geöffneter Blende, um möglichst viel Licht einzufangen. Danach wird die gewünschte Blende zum Fotografieren eingestellt.

Moderne Kameras und Objektive übernehmen diesen Vorgang automatisch, aber die meisten Balgen haben keine elektronischen Kontakte, um eine Kommunikation zwischen Kamera und Objektiv zu ermöglichen – man fokussiert manuell.

Oft reicht allein das Ändern der Blende aus, um die Fokusebene zu verschieben – ein Prozess, der schwer zu kontrollieren ist.

Schärfentiefe

Das ist zweifellos der kniffligste Faktor in der Makrofotografie. Selbst bei kleinster Blende ist die Schärfentiefe extrem gering.

Mit einem Balgen lässt sich durch Verlagerung der Bildebene etwas Abhilfe schaffen, aber viele Fotografen nutzen eine aufwendigere Methode: Focus Stacking. Dabei werden mehrere Bilder mit unterschiedlichen Fokuspunkten digital zu einem Bild mit größerer Schärfentiefe kombiniert. Viele moderne Kameras können diesen Vorgang (bis zu einer begrenzten Anzahl von Aufnahmen) automatisch durchführen, sofern das Objektiv dafür geeignet ist.

Pflege von Balgengeräten

Balgen wurden traditionell aus feinem Leder, Kunstleder, Stoff und/oder Kunststoff gefertigt und sind recht empfindlich. Sie dürfen nicht gequetscht werden und können leicht beschädigt werden, wenn man nicht vorsichtig ist. Zur Aufbewahrung werden sie auf die minimale Länge zusammengeschoben. Jegliches Licht, das durch Risse eindringt, verringert den Kontrast der Aufnahmen.

Es ist auch ratsam, vordere und hintere Abdeckungen zu verwenden, wenn sie nicht in Gebrauch sind, um Staub fernzuhalten. Schon kleine Partikel können leicht zum Sensor oder Objektiv gelangen, da Balgen beim Bewegen viel Luft einsaugen und ausstoßen.

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In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts boten nahezu alle SLR-Kameramarken Balgen an, oft mit robuster, mechanisch solider und schwerer Bauweise. Heute ist das anders. Balgen gelten als veraltete Geräte und wurden aus den Katalogen großer Marken gestrichen. Novoflex ist wohl der einzige verbliebene Hersteller hochwertiger (und teurer) Balgen. Der Rest sind günstige, oft schlecht verarbeitete Geräte (wir sprechen hier über Präzisionswerkzeuge), was den Gebrauchtmarkt zur besten Option macht, wenn man nach Qualität sucht.

Beim Kauf gebrauchter Balgen sollte man im Hinterkopf behalten, dass es sich um Geräte handelt, die 40 bis 50 Jahre alt sein können – und deren beste Zeit eventuell vorbei ist. Mit etwas Glück findet man ein ungenutztes Exemplar aus altem Lagerbestand. Für manche Modelle gibt es Ersatzbälge, aber darauf sollte man sich nicht verlassen.

Und welche Alternativen gibt es? Falls man keinen passenden Balgen findet, kann man auch mit einem Fokussierschlitten in Kombination mit Nahlinse oder Zwischenringen arbeiten.

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