
Focus Stacking ist eine Bildkombinationstechnik, deren Ziel darin besteht, die Schärfentiefe eines Fotos zu erhöhen. Kurz gesagt: Es wird eine Bildsequenz mit jeweils unterschiedlicher Schärfentiefe aufgenommen und mithilfe einer Software zusammengefügt. Obwohl keines dieser Bilder unser Motiv in voller Schärfe einfängt, sollte die Sequenz alle Daten enthalten, die zum Erstellen eines Bildes erforderlich sind, auf dem das Motiv scharf erscheint.
Das Prinzip des Stackings unterscheidet sich nicht von dem der HDR-Fotografie (High Dynamic Range), mit dem Unterschied, dass es hier eher um die Erhöhung der Schärfe als um den Dynamikbereich geht. Diese Technik ist besonders in der Makrofotografie nützlich, wo die Schärfentiefe oft sehr gering ist.

▌Bild aufgenommen mit der Fokus-Stacking-Technik. 8 in der Kamera gestapelte Fotos, aufgenommen mit einem Olympus Zuiko 60mm f2.8 Makroobjektiv.
Vorteile des Fokus-Stackings
Focus Stacking bietet große Flexibilität und ermöglicht Ihnen die Aufnahme von Bildern, die immer den sogenannten „Sweet Spot“ Ihres Objektivs ausnutzen, der normalerweise zwischen f/5,6 und f/8 liegt. Darüber hinaus ist es möglich, Bilder mit unterschiedlichen Tiefenschärfestufen zu erzeugen.
Focus Stacking bietet Ergebnisse, die mit herkömmlichen Techniken oder Geräten physikalisch unmöglich sind, und ist in der Makro- und Werbefotografie sowie in der wissenschaftlichen Mikroskopie sehr beliebt.
So funktioniert Focus Stacking
Obwohl das Prinzip komplex klingt, ist die Fokus-Stacking-Technik recht einfach. Ausgangspunkt ist die Identifikation eines Motivs, aus dem verschiedene Bilder entnommen und anschließend gestapelt werden können. Aufgrund der Natur dieser Technik müssen diese Bilder immer aus der gleichen Perspektive aufgenommen werden. Daher muss unser Motiv statisch sein und in der Praxis werden wir fast immer in Innenräumen arbeiten: Wind oder Bewegung des Motivs können es schwierig machen, die Bilder genau zusammenzufügen. Wassertropfen, Blumen und Pflanzen sind gute Gründe für unsere ersten Versuche.
Sobald wir entschieden haben, welches Bild wir erzielen möchten, nehmen wir die zu stapelnde Fotosequenz auf – beginnend mit der Vorderseite unseres Motivs, wobei wir die Bildebene schrittweise nach hinten verlagern. Es gibt Objektive und Kameras, mit denen sich dieser Vorgang automatisieren lässt. Wenn Sie jedoch weder ein solches Objektiv noch eine entsprechende Kamera besitzen, müssen Sie den Fokus manuell mithilfe einer Fokusschiene verlagern..
Eine Sequenz von drei oder vier Bildern reicht aus, es wird jedoch im Allgemeinen empfohlen, mehr als zehn Bilder aufzunehmen. Diese Anzahl hängt in jedem Fall vom Motiv, der verwendeten Blende, dem Abbildungsmaßstab und dem gewünschten formalen Ergebnis ab. Es ist jedoch immer besser, lieber zu viele als zu wenige Bilder aufzunehmen.
Sobald wir unsere Sequenz haben, benötigen wir die richtige Software, um die Bilder auszurichten und zu kombinieren. Wie bereits erwähnt, können einige Kameras diesen Vorgang selbst durchführen. Wenn wir jedoch keine haben, können wir Photoshop oder spezielle kostenlose Anwendungen wie CombineZM verwenden. Helicon Focus und Zerene bieten mehr Funktionen, für den Download der Vollversionen ist jedoch eine Gebühr erforderlich.
Batterien: Nicht vergessen
Durch Fokus-Stacking und die fortgesetzte Verwendung des Blitzlichts werden unsere Batterien schnell entladen, daher ist ein ausreichender Vorrat unerlässlich. Für Projekte, bei denen über viele Minuten hinweg Dutzende von Fotos aufgenommen werden müssen, sind an eine externe Batterie angeschlossene Dummy-Batterien möglicherweise die beste Lösung. Dieses System verhindert, dass uns mitten in einer Aufgabe der Strom ausgeht und wir höchstwahrscheinlich von vorne beginnen müssen (siehe auch: Kamera-Akkus und Ladegeräte: Alle Modelle, Original und Klone).
Kameras mit Fokus-Stacking
Empfohlene Modelle:
Olympus-Kameras (OM-System) mit Fokus-Stacking
- Olympus OM-1
- Olympus OM-D E-M1 Mark III
- Olympus OM-D E-M5 Mark III
- Olympus OM-D E-M5 Mark II
- Olympus OM-D E-M1X
Panasonic-Kameras mit Fokus-Stacking
- Panasonic Lumix G95
- Panasonic Lumix GX9
- Panasonic Lumix G9
- Panasonic Lumix S5
- Panasonic Lumix GH6
Fuji-Kameras mit Fokus-Stacking
- Fujifilm X-Pro3
Nikon-Kameras mit Fokus-Stacking
- Nikon Z6 II
Fokus-Stacking-Objektive
Empfohlene Objektive:
Olympus-Objektive (OM-System) kompatibel mit Fokus-Stacking
- Zuiko ED 30mm F3.5 Macro
- Zuiko ED 60mm F2.8 Macro
- Zuiko ED 12-40mm F2.8 Pro
- Zuiko ED 40-150mm F2.8 Pro
- Zuiko ED 7-14mm F2.8 Pro
- Zuiko ED 8mm F1.8 FISHEYE Pro
- Zuiko ED 8-25mm F4.0 Pro
- Zuiko ED 300mm F4.0 IS Pro
- Zuiko ED 12-100mm F4.0 IS Pro
- Zuiko ED 12-45mm F4.0 Pro
- Zuiko ED 100-400mm F5.0-6.4 IS
- Zuiko ED 150-400mm F4.5 TC1.25X IS Pro
- Zuiko 1.4× Teleconvertidor MC-14
- Zuiko 2× Teleconvertidor MC-20
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