
Finde deinen Zwischenring
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Nur wenige Zubehörteile können unsere Fotoausrüstung für so wenig Geld so sehr bereichern.
Was sind Zwischenringe und wozu dienen sie in der Fotografie?
Zwischenringe sind hohle Zubehörteile, die zwischen dem Kameragehäuse und dem Objektiv montiert werden, um die Naheinstellgrenze zu verändern. Sie enthalten keine optischen Elemente – ihre einzige Funktion besteht darin, das Objektiv weiter vom Aufnahmesensor zu entfernen. Der praktische Effekt: Man kann näher an das Motiv herangehen, das Bild wird größer auf den Sensor projiziert, und es entsteht eine detailreichere Aufnahme. Hauptsächlich werden Zwischenringe in der Nah- und Makrofotografie eingesetzt, finden aber auch Anwendung in der Porträtfotografie und überall dort, wo der Abstand zum Motiv nicht zu groß sein muss.
Zwischenringe werden meist als kombinierbare Sets aus zwei oder drei Ringen unterschiedlicher Länge verkauft. Sie lassen sich mit nahezu allen Objektiven – ob Festbrennweite oder Zoom – verwenden, auch wenn sie mit Weitwinkelobjektiven oft nicht gut funktionieren. Setzt man zum Beispiel ein 68-mm-Zwischenringset an ein 20-mm-Objektiv, ist kein Fokus mehr möglich, da sich der neue Naheinstellpunkt innerhalb des Objektivs befinden würde.
Die Effektivität von Zwischenringen nimmt außerdem mit steigender Brennweite ab. Anders gesagt: Mit einem 50-mm-Objektiv erzielt man deutlichere Veränderungen als mit einem 300-mm-Teleobjektiv.
Die elektronischen Kontakte
Dies ist ein sehr wichtiger Aspekt. Einige Modelle verfügen über elektronische Kontakte, die eine Kommunikation zwischen Kamera und Objektiv ermöglichen – andere hingegen nicht. Namhafte Marken wie Canon, Nikon oder Olympus stellen (oder stellten) Zwischenringsätze mit vollständiger elektronischer Übertragung her. Diese funktionieren zweifellos hervorragend, haben aber auch ihren Preis.
Da Zwischenringe lediglich Abstandshalter ohne optische Elemente sind, fällt es Drittanbietern deutlich leichter, konkurrenzfähige Produkte auf den Markt zu bringen. In diesem Zusammenhang bietet Kenko sehr brauchbare Alternativen an. Im unteren Preissegment finden sich Hersteller wie Meike oder Neewer, die eine ordentliche Qualität liefern. Zwischenringe ganz ohne elektronische Kontakte – und damit ohne Autofokus oder Blendensteuerung – zu kaufen, halten wir hingegen für eine ausgezeichnete Methode, Geld zum Fenster hinauszuwerfen.
Wie wirken sich Zwischenringe auf die Bildqualität aus?

▌Bild einer Schwebfliege, aufgenommen mit einer Olympus OMD EM5 Mark II und einem Zuiko 14–150 mm Objektiv, ergänzt durch ein Zwischenringset mit 26 mm Verlängerung.
Im Gegensatz zu Nahlinsen (siehe Vergleich mit Zwischenringen über den Link) enthalten Zwischenringe keinerlei optische Elemente. Das bedeutet, dass sie in den meisten Fällen nur sehr geringe Auswirkungen auf die Bildqualität haben. Die größte Herausforderung besteht darin, dass jedes Objektiv unterschiedlich auf den Einsatz von Zwischenringen reagiert – eine allgemeingültige Aussage ist daher schwer zu treffen.
Beim optischen Design eines Objektivs berücksichtigen die Hersteller Verzerrungen, die sie – insbesondere in den wichtigsten Brennweitenbereichen – so gut wie möglich korrigieren. Beim Fokussieren bewegen sich die Linsen im Inneren des Objektivs, und in der Regel ändert sich die Verzeichnung je nach Entfernung des fokussierten Motivs. Das führt dazu, dass manche Objektive bei ihrer minimalen Naheinstellgrenze schärfer sind als andere.
Nehmen wir ein Makroobjektiv als Beispiel: Die Entwickler wissen, dass es hauptsächlich im Nahbereich eingesetzt wird, und korrigieren die optischen Fehler so, dass es in diesem Bereich maximale Schärfe bietet. Teleobjektive hingegen sind für größere Distanzen optimiert, und genau daraufhin werden auch ihre Abbildungsfehler korrigiert.
All das bedeutet: Jedes Objektiv reagiert anders. Nicht alle funktionieren gut außerhalb ihrer ursprünglich vorgesehenen Einsatzbereiche, und man darf nicht automatisch erwarten, dass ein teures, renommiertes Objektiv bei minimaler Fokusdistanz besonders scharf ist. Zudem verstärken Zwischenringe bestehende optische Schwächen auf dem Sensor.
Vignettierung
Ein weiterer Nebeneffekt von Zwischenringen ist die mögliche Vignettierung, insbesondere wenn das Objektiv bei Offenblende oder in deren Nähe verwendet wird. Die Stärke der Vignettierung hängt sowohl vom jeweiligen Objektiv als auch von der Länge der Zwischenringe ab. Ein 12-mm-Ring verursacht in der Regel kaum Probleme, aber bei 20 mm oder mehr sollte man aufmerksam sein und möglichst nicht mit vollständig geöffneter Blende fotografieren, wenn man diesen Effekt vermeiden möchte.
Fokussieren auf Unendlich
Beim Einsatz von Zwischenringen ist das Fokussieren auf unendlich nicht mehr möglich. In der Praxis ist das jedoch kaum ein Nachteil, da Zwischenringe meist dazu verwendet werden, sehr nahe am Motiv zu fokussieren. Tatsächlich kann dies sogar ein Vorteil sein – etwa bei Porträtaufnahmen –, da sich der Hintergrund dadurch stärker in Unschärfe auflösen lässt.

▌Bild eines Rotkehlchens, aufgenommen mit einer Olympus OMD EM5 Mark II und einem Zuiko 14–150 mm Objektiv, ergänzt durch einen 10 mm Zwischenring. Der Zwischenring ermöglichte in diesem Fall eine gewisse Vergrößerung des Motivs und eine weichere Hintergrundunschärfe. Zudem konnte auf extreme Brennweitenbereiche verzichtet werden, in denen die Leistungsfähigkeit des Objektivs nachlässt.
Zwischenringe und die Blendenzahl (f-Zahl)
Wenn man manuell arbeitet, fällt auf, dass beim Einsatz von Zwischenringen ein erheblicher Lichtverlust in der gesamten Bildfläche auftritt. Dies unterscheidet sich vom oben erwähnten Vignettierungseffekt, da die Abdunkelung gleichmäßig über das ganze Bild verteilt ist. Durch das Entfernen des Objektivs vom Sensor erhöht sich tatsächlich die effektive Blendenzahl (f-Zahl), wodurch das Bild dunkler wird und die Schärfentiefe zunimmt – als hätte man die Blende an der Kamera verstellt. Der Unterschied ist jedoch, dass die Kamera nicht registriert, dass sich das Objektiv weiter entfernt hat und sich somit die effektive Blende geändert hat.
In der Praxis stellt dies nur ein relatives Problem dar, da Makrofotografie meist bei guten Lichtverhältnissen oder mit Blitzlicht erfolgt. Außerdem merkt man es kaum, wenn man im Automatik- oder Halbautomatikmodus fotografiert, da die Kamera die Belichtung automatisch anpasst. Bei manueller Belichtung sollte man jedoch als Faustregel beachten: Wenn man sich der 1:1-Vergrößerung nähert, hat sich die effektive Blendenzahl des Objektivs um etwa 2 Blendenstufen erhöht. Das bedeutet, man muss mit höherem ISO-Wert oder einer viermal längeren Belichtungszeit als ohne Zwischenringe kompensieren.
Auswirkungen auf den Autofokus
Eine weitere Folge der Veränderung der Blendenzahl ist, dass bei Verwendung von Zwischenringen weniger Licht auf den Autofokussensor einer DSLR (Digital-Spiegelreflexkamera) fällt. Dadurch kann die Autofokusleistung bei schlechten Lichtverhältnissen abnehmen. Dieses Problem ist bei spiegellosen Kameras, bei denen der Autofokus direkt über den Bildsensor mittels Phasenerkennung erfolgt, weniger ausgeprägt, kann aber dennoch eine leichte Beeinträchtigung der Leistung verursachen.
In der Praxis verwenden Fotografen, egal ob mit DSLR oder spiegelloser Kamera, Zwischenringe meist für statische Motive, um manuell zu fokussieren. Daher ist dieses Problem, abgesehen von Ausnahmen, meist unbedeutend. Außerdem sollte man nicht vergessen, dass dieser Lichtverlust bei allen Marken von Zwischenringen auftritt – es ist einfach eine physikalische Gegebenheit.
Fazit: Vor- und Nachteile von Zwischenringen
Zwischenringe sind eine sehr kostengünstige Möglichkeit, in die Makrofotografie einzusteigen. Meiner Meinung nach sind sie die logischste Wahl, wenn man sich unsicher ist, ob Makrofotografie das Richtige ist, und nicht mehrere hundert Euro für ein spezielles Makroobjektiv ausgeben möchte, nur um es auszuprobieren. Zudem sind sie klein, robust und leicht zu transportieren – eine hervorragende Alternative, wenn man selbst mit einem Makroobjektiv leichtes Gepäck bevorzugt. Zum Beispiel erlaubt uns ein Setup mit einer Olympus OMD, dem kleinen 14–42 mm Pancake-Objektiv und einem Meike-Zwischenringset für etwas mehr als 20 Euro und weniger als 100 Gramm Gewicht, Makro- oder Nahaufnahmen zu machen und erweitert zudem unsere Möglichkeiten in der Porträtfotografie.
Sollten wir dennoch unsicher sein, ob wir Zwischenringe kaufen oder lieber in ein echtes Makroobjektiv investieren wollen, bedenken wir, dass wir manchmal mehr Detail benötigen, als ein Makroobjektiv allein bieten kann. Dann können wir die Zwischenringe mit diesem Objektiv kombinieren – somit ist das Geld keineswegs verschwendet.
Wie eingangs erwähnt, gibt es nur sehr wenige Zubehörteile, die für so wenig Geld einen so großen Mehrwert für die eigene Fotoausrüstung bieten.
Vorteile von Zwischenringen
Nachteile von Zwischenringen
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